21.09.10

Ein Mail an die Organe der GSBA Immobilien AG Peter Lorange, Walter Lee, Konrad Stierlin, Per Lorange, DMT Dieter Meyer Treuhand GmbH

Liebe Organe bzw. zukünftigen Organe

Die GV vom 8. September hat gezeigt, weshalb das Angebot der Aktienübernahme "weder Händ no Füess" hat und deshalb mit gutem Grund abgelehnt wurde. (so es überhaupt, mangels richtigem Eintrag im Aktienbuch, ein Angebot braucht).

Für eine korrekte Bilanz fehlt z.B. noch

- die Aufgerechnung, wie viel verdeckte Gewinnausschüttungen in den vergangenen Jahren stattgefunden haben und zurückgefordert werden müssen.
Dass solche stattfanden zeigt sich auch aufgrund der aktuellen Zahlen. Wurde in der Vergangenheit bis zu Fr. 400Tsd Lohn und Sozialleistungen verbucht, sind es im abgelaufenen Jahr "nur" noch Fr. 94Tsd. "Nur" immer mit der Frage verbunden, ob auch dieser Betrag nicht etwas gar hoch gegriffen ist. Unter solchen Konditionen würde wohl manch einer gerne Hauswart und Verwalter werden.
Die derzeitige Bilanzierung ist aber sicher gut für die laufende Strafuntersuchung, sie zeigt, dass die früheren Bezüge zu Recht abgeklärt werden müssen.

- die Korrektur der Mietzinseinnahmen. Die Mietzinseinnahmen werden im Vergleich zu den Vorjahren willkürlich heruntergefahren. Statt früher rund 1 Mio Miete an die GSBA Immobilien AG zu bezahlen, werden im Jahr 2009 lediglich 254Tsd gutgeschrieben, auch das Vorjahr liegt unter den früher 1 Mio Mieten. Als ich mit Verweis auf die schwankenden Umsätze des Konzerns mir Sorgen über die Mieterträge der GSBA Immobilien AG machte und fragte, ob die Mieterträge mit den Umsätzen der Mieterin zusammenhängen, wurde mir gesagt, das habe keinen Einfluss auf den Mietertrag und ich solle mich nicht nicht über die Umsätze des Konzern kümmern. An der GV wurde nun jedoch gesagt, mit Blick auf den schlechten Geschäftsgang unserer Mieter (d.h. Oekreal AG heute Lorange Institute of Business AG und GSBA Graduate School of Business Administration?) sei die Miete reduziert worden. Mit anderen Worten sponsort die GSBA Immobilien somit mit einer reduzierten Miete das Ergebnis ihrer Aktionäre. Dies könnte auch als verdeckte Gewinnausschüttung betrachtet werden.

- die Korrektur der Zinserträge. Im abgelaufenen Jahr wurde die Hypothek zu Lasten des Gebäudes der GSBA Immobilien AG um 1 Mio erhöht und gleichzeitig stieg die Forderung der GSBA Immobilien AG gegenüber der Oekreal AG (heute Lorange Institute of Business AG) ebenfalls um 750Tsd an. Die Forderung der GSBA Immobilien AG gegenüber der Oekreal AG (heute Lorange Institute of Business AG) wurde nicht verzinst, zumindest weist die Erfolgsrechnung keinen Finanzertrag aus. D.h. unsere Aktionärin profitiert hier von Gratis-Geld zu Lasten des Ergebnisses der GSBA Immobilien AG und damit zu Lasten der übrigen Aktionäre.

- Die Forderungen der GSBA Immobilien AG gegenüber der Oekreal AG (heute Lorange Institute of Business AG) ist m.E. zudem ein Verstoss gegen Art. 680 Abs. 2 OR. Die Aktionärin hat mehr Geld aus der Firma herausgenommen als sie nach Gesetz dürfte. Die Revisionsstelle DMT Dieter Meyer Treuhand GmbH macht hierzu keine Bemerkung im Bericht, aber das überrascht mit Blick auf andere Meisterleistungen von DMT nicht.

Gemäss Treuhandkammer wäre ein Hinweis auf diesen Gesetzesverstoss notwendig.
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In Anlehnung an Camponovo/von Graffenried-Albrecht (Schweizer Treuhänder Nr. 4/08) hat die Revisionsstelle eine "beschränkte Hinweispflicht". Die Revisionsstelle muss nur auf diejenigen Gesetzesverstösse hinweisen, die einen direkten Bezug zur Jahresrechnung aufweisen und dies nur dann, wenn diese aufgrund der durchgeführten Prüfungshandlungen (z.B. aus der Befragung) festgestellt wurden.
Beispiele solcher Hinweise:
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• Hinweis auf die nicht zulässige Rückzahlung des Aktienkapitals
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Allein mit Berücksichtigung der 1 Mio Mietzinseinnahmen und einer ordentlichen Verzinsung der Forderung gegenüber der Oekreal AG (heute Lorange Institute of Business AG) würde die Gesellschaft statt einem Verlust einen angemessenen Gewinn ausweisen. Die "Berechnung" und Offerte von Fr. 1300.- kann mit Blick auf eine solche Rechnungslegung definitiv kaum ernst genommen werden. Bleibt zu hoffen, dass solches nicht in den Räumlichkeiten gelehrt wird. Das wäre dem Ruf unserer Mieter nicht förderlich.

Ich frag mal im Steueramt nach, ob deren Berechnung des Aktienwertes meine Überlegungen bereits berücksichtigt hat und informiere die übrigen Aktionäre, damit sich diese ggf. selbst noch ein Bild machen können.

Freundlicher Gruss
Sikander

 

 

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