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Die Meinung des Bundesgerichts und das Thema Verhaltenskodex findet sich weiter unten auf dieser Site. 

Als Salz&Pfeffer-Mensch war ich von Anfang der 90-er Jahre an bis Ende 2002 für einen Verlag tätig, der möglichst ungeschminkt die Wahrheit sagen wollte. Der von Daniel E. Eggli gegründete Verlag thematisierte auch den Missstand, dass immer häufiger PR- oder neudeutsch Communications-Personen versuchten, statt mit Inseraten via redaktionelle Beiträge die Aufmerksamkeit des Publikums zu erlangen, oder mit einem Inserat auch einen gefälligen Artikel wünschten.
Damit entgehen dem Verlag, der eine klare Trennung zwischen Verlag und Redaktion vornimmt, Inserateeinnahmen. Des wirtschaftlichen Druckes wegen, geben jedoch viele Verlage nach und verkaufen auch - nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich - den redaktionellen Teil ihres Mediums. Oder lassen sich, statt einen Journalisten zu beschäftigen, kostensparend weil durch den Auftraggeber bezahlt, den Text durch den PR-Beauftragten des Unternehmens über welches geschrieben werden soll, schreiben.

Als Leser möchte ich wissen, ob ein Beitrag wirklich ein journalistisch unabhängig verfasster Artikel ist, oder ob hier ein Journalist zeitsparend eine von einem PR-Büro verfasste Meldung weitergibt. Der Journalist verdient somit etwas weniger und die PR / Communications-Leute haben je nach Qualität und Gewicht die Möglichkeit, sich zu Werbetarifen entlöhnen zu lassen. Kein Wunder war an einer Herzberg-Tagung von Michael Walther zu hören, ein korrekt arbeitender freier Journalist könne kaum mehr das Existenzminimum verdienen.
Peter Szyska schreibt, die PR-Arbeit habe die „‘parasitäre’ Nutzung medialer Betriebssysteme samt ihrer operativen Logik“ entdeckt.


Ob PR versteckt in die eigentlich journalistisch geglaubten Zeilen drängt, oder ob ein Druck von Inseraten dazu führt einen Beitrag nicht zu publizieren, spielt keine Rolle. In beiden Fällen sind die Lesenden die hinters Licht geführten.
Ein schönes Beispiel aus dem Medizin/Pharma-Bereich: Die deutsche "Zeitschrift für Allgemeinmedizin" wie auch das Magazin "Der Hausarzt" hätten einen Beitrag nicht publiziert, nachdem schwergewichtige Inserentinnen sich beim Verlag beschwert hätten (Nachzulesen in der Sonntagszeitung vom 22.10.06, S. 86, Die Magenschmerzen der Verleger). Aufgeflogen ist die Geschichte u.a. deshalb, weil ein Verlag eine ganze Nummer sogar eingestampft und ohne den kritisierten Artikel neu gedruckt habe. Dabei vergassen sie jedoch, im Inhaltsverzeichnis die Autoren und deren nicht mehr vorhandenen Beitrag zu löschen.
 

Auch das Bundesgericht ist nicht PR-Journalismus-Fan. Das lässt sich z.B. aus diesem Urteil ableiten in dem es sagt:

4.3.2 Entgegen den Einwänden der Beschwerdeführerin geht es nicht darum, einem PR-Journalismus das Wort zu reden, sondern sicherzustellen, dass der Zuschauer nicht einseitig und unvollständig informiert und damit im Rahmen eines Konsumentenmagazins in dem Sinne manipuliert wird, dass ihm nicht die zur eigenen Beurteilung der vom Journalisten vertretenen These erforderlichen Grundlagen in die Hand gegeben werden. Ein Konsumentenmagazin muss und soll angriffig sein und auch einen anwaltschaftlichen Journalismus betreiben können; dies entbindet es jedoch nicht davon, die kritische Distanz zum Ergebnis der eigenen Recherchen und zu Erklärungen Dritter zu wahren sowie Gegenstandpunkte in fairer Weise darzulegen, auch wenn sie die vertretene These schwächen oder allenfalls in einem für den Zuschauer anderen als dem gewünschten Licht erscheinen lassen.

 

An der Dreikönigstagung der Schweizerischen Verleger wurde nun in 2007 zwischen Verlegern und Werbern ein Verhaltenskodex in Sachen Umgang mit bezahlter Werbung vereinbart. Medienkonsumenten müssen klar erkennen können, welche Inhalte kommerziell beeinflusst seien, ansonsten leide die Glaubwürdigkeit der Redaktion, der Verleger und der Anzeigekunden.

Die NZZ schreibt dazu am 10. Januar 2007 auf Seite 14
"Ob sich alle Mitglieder dieser Verbände an die hehren Vorsätze halten werden, bleibt allerdings angesichts der bereits etablierten publizistisch-kommerziellen Grauzonen eine offene Frage."